Dienstag, 29.12.2020 19:14 Uhr

Wo steckt der syrische Staatspräsident?

Verantwortlicher Autor: Ronaldo Goldberger Jerusalem, 01.12.2020, 22:51 Uhr
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Jerusalem [ENA] Bald zehn Jahre dauert das Schlachten im syrischen Bürgerkrieg, und immer noch ist kein Ende abzusehen. Unterdessen tauchte Bashar al-Assad, der allmächtige Diktator, in den Untergrund ab. Schenkt man der arabisschsprachigen Online-Zeitung aus dem Libanon, „Addiyar Newspaper“, Vertrauen, soll al-Assads Angst vor einem Attentat Triebfeder fürs permanente Verschwinden sein.

Nach chemischer Kriegsführung gegen die eigene Zivilbevölkerung und Aufständische im Jahre 2018 erteilte US-Präsident Trump die Order, Assad von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Der ehemalige Verteidigungsminister, James N. Mattis, widersetzte sich. Auch wollte der General a.D. des US Marine Corps nicht, dass die in Syrien stationierten amerikanischen Streitkräfte abgezogen würden. Mit dieser Widersetzlichkeit kam Mattis nicht weit; er wurde im Winter 2019 von Trump gefeuert.

Unterirdisches Stadtviertel

Die technologischen Fertigkeit der Amerikaner sind bekannt, verfügen sie doch über Bunker brechende Bomben. Seit al-Assads Palast al Muhadjirin verwaist ist, soll dessen prominenter Bewohner sein Lager in Geheimwohnungen aufgeschlagen haben, die er von Nacht zu Nacht wechselt. Der brenzligen Bürgerkriegssituation wegen vermochte er schon 2015 nicht mehr, die unterirdischen Gewölbe unterm Palast, einem eigentlichen Stadtviertel, das eigens für ihn sowie die für seine persönliche Sicherheit zuständigen Sondereinheiten der Armee errichtet wurde, zu benutzen.

Heute scheint al-Assad bloss noch teilzeitlicher Herrscher Syriens zu sein. Er teilt sich die Macht, so gut es geht, mit seinem jüngeren Bruder Mahir al-Assad. Dieser ist rangmässig ein Generalmajor, Kommandant der Präsidentengarde sowie der 4. Division des syrischen Heers. Wohlweislich hält er sich nie am selben Ort wie sein älterer Präsidentenbruder auf, damit keine Bombe die beiden Familienmitglieder ereilen könne. Unterdessen ist der sunnitische Aufstand gegen den der Minderheit der alawitischen Konfession angehörenden Familienclan al-Assad voll im Gang. Im Distrikt Dar’a im Südwesten des Landes wurden allein im November 27 Soldaten, unter ihnen 15 ehemalige Rebellen, die die Fronten gewechselt haben, getötet.

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